Wer bin ich? Was mache ich?

 

Wie ich zum Leder kam

Das handwerkliche Arbeiten lag mir schon in früher Jugend, allerdings stellte ich bald fest, daß es eher die feinen Dinge waren die mich begeisterten. Auch lag mir als Dorfkind die Natur sehr am Herzen. Da lag es nahe auch mit natürlichen Materialien zu arbeiten. Besonders Holz lag da nahe. Später entdeckte ich das Leder für mich. Geruch, Haptik und die zahlreichen Verarbeitungsmöglichkeiten faszinierten mich ebenso wie die Einzigartigkeit jeder einzelnen Haut. Die Verarbeitung wie ich sie damals für gut und richtig hielt würde ich heute allerdings mit Schrecken von mir weisen. Da färbte ich ein Stück Leder mit einem wasserfesten Filzschift, dort verklebte ich Verbindungen mit Zweikomponentenkleber und hier... ach lassen wir das.

Nach jahrelanger beruflich bedingter Pause entdeckte ich das Material und auch meine Kreativität neu. Neben der Schmuckmacherei rückte immer mehr das Leder in meinen Fokus und so brachte ich mir nach und nach mit Hilfe von Videos, Büchern, Bildern, Mustern, vielen Gesprächen mit Lederhandwerkern und jeder Menge gemachter Fehler die Grundzüge des Lederhandwerks bei. Mittlerweile hat mich noch das Punzieren gepackt, also das eintreiben von Mustern in das Leder. Schlussendlich sei gesagt, daß wohl auch ein Meister seines Faches immer wieder neu dazu lernt.

 

 

Über den "Meister Schwarzmaler" des Mittelalters

Geboren am 23ten des Oktober Anno 1980 zu Baden-Baden im Schwarzwald.

Er wuchs im Kreise seiner Familie auf und verbrachte die ersten Jahre seiner Lehrzeit damit kleinere Arbeiten zu verrichten für die er oft mehr schlecht als recht entlohnt wurde. Durch seine Unbeirrbarkeit und dem Willen getrieben dem Menschen ein Stück zu schaffen welches Freude und Eleganz vermitteln konnte erstarkte sein Ruf bald und gelangte über die Grenzen des Schwarzwaldes hinweg. Doch dazu später mehr.

Es begab sich, dass der König zu Badenia, Gewerbeamtus der Elfte zu Gaggenau, den Schwarzmaler zu sich befahl, ihm ein Halsband für seine liebste Tochter anlässlich ihres Geburtstages zu kreieren um sie aus ihrer schweren Melancholie ob ihrer eingebildeten Hässlichkeit zu befreien. Zahlreiche Schmuckmacher, Goldschmiede und Gewandmeister gaben bereits verzweifelt auf und verließen das Land. Am Tage der geregelten Arbeit nachgehend, des Nächtens am Halsschmuck der Prinzessin werkend schuf der Schwarzmaler nach einigen Wochen ein Halsband, welches nicht nur dem König respektvolles Erstaunen entlockte. Als die Prinzessin das Halsband unter dem gespannten Schweigen des Hofstaates anlegte und sie sich einige Augenblicke in einem Spiegel betrachtete huschte ein leichtes Lächeln über ihre Wangen welches bald zu einem strahlendem Gesicht überging. So bekam der Schwarzmaler weitere Aufträge bei Hofe und erlangte bald einen hervorragenden Ruf und hohes Ansehen innerhalb der Herrschaftsfamilie und seinem Gefolge. Die Herrschaftsfamilie war so begeistert von dem Können und besonders der Phantasie des Schwarzmalers, dass der König ihm anlässlich eines Jahrestages ein Wappen stiftete. Fortan trug der Schwarzmaler nun sein Wappen und nannte sich ehrenvoll Meister Schwarzmaler von Hennhöfer zu Baden in Baden.

Bald schon erreichte den Schwarzmaler die Nachricht aus Lich, einem kleinen Ort im Lande Hessen, er möge doch seine Stücke auch dort einmal präsentieren und seine schwarze Kunst der Kunst zur Schau stellen. Der Schwarzmaler, stets bemüht sein Wissen zu erweitern und seine Lust an der Handwerkskunst zu stillen folgte ohne lange Nachdacht dem Ruf. So kam es nun, dass der Schwarzmaler seinen ersten öffentlichen Marktstand nicht in seiner Heimat, dem Schwarzwald, sondern auf dem Markt zu Lich in Hessen aufschlug.

Wer nun glaubt, diese Geschichte sei frei erfunden, dem sei das Schandbrett angeraten. Mag sein, dass ein wirklich winziger Teil dieser Geschichte erfunden sei, doch wen interessiert schon ernsthaft an einem solchen Ort die wahrhaftige Geschichte eines einfachen Kunsthandwerkers? In jedem Falle wahr ist, dass ein Jeder hier sein eigen Schmuck entwerfen und durch des Schwarzmalers Hand fertigen lassen kann. Er muss sich nur getrauen ihn zu fragen.

Mit samtschwarzem Gruße